22.10.2020

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Franz. Polizei

Grauen auf offener Straße: Ein Mann wird in einem Pariser Vorort attackiert und offensichtlich enthauptet. Die Terror-Fahnder ermitteln – Präsident Macron ist zum Tatort geeilt und sprach von einem „eindeutig islamistischen Terroranschlag“.

Ein Mann ist ersten Erkenntnissen zufolge in der Nähe von Paris von einem Angreifer enthauptet worden. Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft übernahmen die Ermittlungen. Man ermittle unter anderem wegen Mordes mit Terrorhintergrund, bestätigte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Paris.

Das Opfer soll am Freitagnachmittag in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris auf offener Straße angegriffen worden sein, wie französische Medien berichteten. Der Vorfall soll sich in der Nähe einer Schule ereignet haben. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei getötet.

Täter soll „Allahu Akbar“ gerufen haben
Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 18-jährigen Tschetschenen handeln. Laut Medien hat er versucht, die Polizei anzugreifen – daraufhin hat diese auf ihn geschossen.
Der Sender „BFM TV“ berichtet zudem, der Angreifer habe „Gott ist groß“ („Allahu Akbar“) auf Arabisch gerufen. Bei dem Opfer der brutalen Messerattacke soll es sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um einen Geschichtslehrer handeln. Dieser solle seinen Schülern während des Unterrichts zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt haben, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Polizeiquellen am Freitagabend.

Macron spricht von Terroranschlag
Nach der mutmaßlich terroristisch motivierten Attacke traf auch Staatspräsident Emmanuel Macron am Tatort ein. Der 42-Jährige wurde von Bildungsminister Jean-Michel Blanquer und der Beigeordneten Ministerin im Innenministerium, Marlène Schiappa, begleitet. Macron nannte die Attacke einen „eindeutig islamistischen Terroranschlag“. „Einer unserer Mitbürger wurde heute ermordet, weil er lehrte, weil er Schülern die Freiheit der Meinungsäußerung, die Freiheit zu glauben und nicht zu glauben lehrte“, sagte ein sichtlich angeschlagener Macron. „Sie werden damit nicht durchkommen“, sagte er mit Blick auf Gewalt und Terroristen.

„Die Ermordung eines Geschichtslehrers ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Werte der Republik. Einen Lehrer anzugreifen bedeutet, alle französischen Bürger und die Freiheit anzugreifen“, schrieb der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand, auf Twitter.

Immer wieder islamistische Anschläge
Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert – dabei starben mehr als 250 Menschen. Daher ist die Terrorgefahr fast ständig im Bewusstsein der Menschen. Frankreichs Regierung hat den Kampf gegen den Terror zu einer Top-Priorität gemacht und warnt immer wieder, dass die Gefahr von Terrorangriffen sehr hoch sei.

Erst vor wenigen Wochen hatte es vor dem ehemaligen Redaktionsgebäudes des Satiremagazins «Charlie Hebdo» in Paris eine Messerattacke gegeben. Dabei wurden zwei Menschen verletzt – auch hier gehen die Ermittler von einem Terror-Hintergrund aus.

Gleichzeitig läuft in Paris seit Anfang September der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Terrorserie im Januar 2015, bei der insgesamt 17 Menschen getötet wurden. Nur unter hohen Sicherheitsbedingen kann man den Glaspalast überhaupt betreten.

Quelle: https://www.focus.de/politik/ausland/verdaechtiger-gefasst-mann-nahe-paris-enthauptet-terrorermittlungen-laufen_id_12551305.html

Europa , Frankreich , Islam , Religionen

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