Wladyslaw Sojka, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Studie belegt die verheerenden und umfassenden Folgen wirtschaftlicher Krisen. Vor allem die Kinder sind betroffen.

Wladyslaw Sojka, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eigentlich gibt es genügend Beispiele für die Folgen wirtschaftlicher Krisen und insbesondere für die Folgen von politischen Fehlentscheidungen mit gravierenden ökonomischen Folgen. Die Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre, der ›Große Sprung‹ in China in den 1950er Jahren – sie forderten Hunderttausende, im Falle des ›Großen Sprung‹ womöglich 125 Millionen Tote.

Auch für die momentan von den Regierungen vieler Länder forcierte Politik des wirtschaftlichen

Lockdowns gibt es Schätzungen für die Mortalität. Die Schweizer ›Bank für Internationalen Zahlungsausgleich‹ hat bereits Ende vergangenen Jahres eine Studie erstellt, die sich mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns beschäftigt.

Nachdem die momentane Lage unumwunden als der »schwerste globale wirtschaftliche Absturz seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet« wird, kommen die beiden Autoren der Studien zu dem Ergebnis:

Für das Pandemiejahr 2020 ergibt sich eine sogenannter negativer Zusammenhang zwischen Wirtschaftsabschwung und Übersterblichkeit, will heißen: Je tiefer der wirtschaftliche Abschwung umso höher die Übersterblichkeit. Dieser Zusammenhang fällt besonders stark aus für ärmere Länder. Zusätzlich hat er eine Eigendynamik: Je länger der Absturz dauert, um so stärker steigt die Sterblichkeit an.

Um dem Einwand, der Zusammenhang sei nur vordergründig vorhanden, sondern tatsächlich wäre die höhere Sterblichkeit ein direktes Produkt der Pandemie abzuwehren, haben die Autoren ökonomische Entwicklung und Sterblichkeit für Zeiten ohne Pandemie verglichen. Auch für diese Jahre lässt sich ein negativer Zusammenhang ermitteln: Wirtschaftlicher Erfolg und Nicht-Erfolg gehen mit einer kleineren bzw. größeren Übersterblichkeit zusammen.

Auffällig ist, dass diese Tendenz bei der Kindersterblichkeit noch einmal deutlich stärker ausfällt. Während also unter Covid-19 vor allem die Älteren leiden, leiden unter den Wirtschaftskrisen ganz zuerst Familien mit ihren Kindern.

Und auch für die Vergangenheit lässt sich feststellen, dass Wirtschaftskrisen, drastisch formuliert, für ärmere Länder tödlicher sind.

Und für die Zukunft ? – Die Autoren fassen es in den Worten zusammen: »Looking beyond the immediate impact of recessions reveals that they cast a long shadow.« – »Jenseits der unmittelbaren Auswirkungen werfen Rezessionen einen langen Schatten voraus.« Anders als bei einer Epidemie, bleibt die Sterblichkeit über mehrere Jahre bestehen.

Insgesamt kommt die Studie zu dem besorgten Urteil, »dass die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 höher sein könnte als die Zahl der direkt durch die Krankheit verursachten Todesfälle, da auch die Todesfälle durch die pandemiebedingte Rezession berücksichtigt werden müssen.« Insbesondere werfen sie die Frage auf, ob nicht ein kurzer, harter Lockdown sinnvoller ist, als ein langer Lockdown mit seinen dramatischen wirtschaftlicher Folgen. Fragen, die sich eine verantwortungsvolle Regierung schon vor Jahren hätte stellen müssen, als das RKI mögliche Pandemieverläufe verglich.

Doch die Merkel-Regierung hat sich diese Fragen weder im vergangenen Frühjahr noch im Sommer gestellt.

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